Zum Inhalt springen
Kostenloser Versand ab 60,00 €
Squffy

Leinenführigkeit trainieren, ohne dass es Fuß wird

Ein blonder Labrador läuft an locker durchhängender Leine neben seinem Menschen auf einer ruhigen niederländischen Straße, die Leine hängt in einem weichen J

Zuletzt aktualisiert:

Definition

Leinenführigkeit heißt, dass die Leine in einem weichen Bogen hängt, während ihr beide vorwärts gehen. Keine Position, kein Blickkontakt, keine feste Seite. Rechne mit drei Monaten täglicher Übung von fünf Minuten, bei einem erwachsenen Hund mit mehr.

Leinenführigkeit ist eines der Worte, die in jeder deutschen Hundeschule fallen und die trotzdem jeder anders benutzt. Für die einen heißt es, dass der Hund am Knie klebt und nach oben schaut. Für die anderen heißt es nur, dass die Leine durchhängt. Der Unterschied ist nicht akademisch. Er entscheidet, was du die nächsten drei Monate übst.

Die brauchbare Bedeutung ist die zweite. Dein Hund geht neben, vor oder hinter dir, die Leine hängt in einem weichen Bogen, und mehr ist es nicht. Er darf schnüffeln, stehen bleiben, einen Meter vorlaufen und wieder zurückkommen. Nur straff wird die Leine nicht.

Leinenführigkeit ist nicht Fuß

Fuß kommt aus dem Hundesport. Schulter am Knie, Blick nach oben, Tempo von dir vorgegeben. Das ist eine Übung, die zwei Minuten trägt und danach beendet wird. Wer sie auf eine Stunde Spaziergang ausdehnt, verlangt eine Konzentration, die kein Hund eine Stunde lang hat, und wundert sich dann über einen Hund, der abschaltet.

Leinenführigkeit hat keine Position, keinen Blickkontakt und keine Seite. Sie hat eine einzige Regel. Genau deshalb lässt sie sich alltagstauglich aufbauen und Fuß nicht.

Wie lange es dauert, ehrlich gerechnet

Bei einem Hund, der noch nichts Falsches gelernt hat, sind drei Monate täglicher Übung ein realistischer Rahmen. Bei einem erwachsenen Hund, der zwei Jahre gezogen hat und damit immer angekommen ist, dauert es länger, weil du nicht nur etwas Neues aufbaust, sondern etwas Altes abbaust. Das ist der häufigste Grund, warum Leute nach zehn Tagen aufgeben.

Was nach zwei Wochen sichtbar ist: weniger Züge pro Spaziergang, und ein Hund, der schneller wieder zu dir zurückschaltet, wenn er doch gezogen hat. Was nach zwei Wochen nicht da ist: ein Hund, der an der Bäckerei vorbeigeht, als wäre dort nichts.

Beim Welpen

Die besten Wochen sind die, in denen dein Welpe noch zu leicht ist, um dich zu verschieben. Vier Kilo bewegen dich nicht, also lernt er mühelos, dass Vorwärtsdrücken nichts bringt. Diese Wochen werden fast immer verschenkt, weil ein ziehender Welpe niemanden stört. Übe in dieser Zeit im Flur und im Hof, nicht auf dem Spaziergang, und hör nach zwei Minuten auf.

Beim Junghund

Zwischen etwa sieben und achtzehn Monaten kommt bei vielen Hunden alles zurück, was schon saß. Das ist kein Erziehungsfehler und keine Bosheit, sondern eine Phase, in der die Umwelt wieder spannender ist als du. Die Antwort darauf ist unspektakulär: Anforderung senken, ruhigere Wege wählen, weiter üben. Nach der Pubertät ist das Gelernte noch da.

Beim aufgeregten Hund

Manche Hunde sind an der Leine nicht ungehorsam, sondern zu aufgeregt, um zu denken. Daran erkennst du es: er nimmt draußen kein Leckerchen an, das er in der Küche sofort nimmt. Solange das so ist, lernt er nichts. Geh dann eine Straße weiter, wo weniger passiert, und fang dort an.

Fünf Minuten am Tag, und was darin passiert

Mehr als fünf Minuten sind kontraproduktiv, weil das Kopfarbeit ist und kein Ausdauertraining. Nimm eine Leine mit fester Länge, eine Handvoll kleiner weicher Leckerchen und eine langweilige Umgebung.

  1. Geh los. Bleibt die Leine locker, gib das Leckerchen an deiner Hüfte. Nicht vor dir: vor dir belohnt heißt für deinen Hund, dass Vorlaufen belohnt wird.
  2. Wird die Leine straff, bleib stehen. Nicht ziehen, nicht reden, nicht nachgeben. Warte, bis er von der Spannung weggeht oder sich zu dir dreht.
  3. In der Sekunde, in der die Leine durchhängt, geh weiter. Das Weitergehen ist die Belohnung, nicht das Leckerchen.
  4. Nach fünf Minuten ist Schluss. Danach gilt eine andere Regel, und die darfst du benennen. Bei uns heißt sie schnüffeln gehen.

Der Satz, der das Ganze trägt: Ziehen hält den Spaziergang an, eine durchhängende Leine bringt ihn in Gang. Wenn du zwei Schritte mit straffer Leine gegangen bist, hast du gerade das Gegenteil geübt.

Halsband oder Geschirr für die Leinenführigkeit

Die Frage wird oft gestellt, als hänge das Ergebnis daran. Tut es nicht. Ein Hund, der gelernt hat, dass Ziehen funktioniert, zieht im Geschirr genauso, und an einem Geschirr mit Brustring zieht er nur in eine andere Richtung.

Wovon es tatsächlich abhängt, ist, wie sich die Kraft verteilt, solange er noch zieht. Ein breites, tief sitzendes Halsband verteilt sie über mehr Hals als ein schmales. Bei einem Hund mit kurzer Schnauze, mit einer bekannten Schwachstelle an der Luftröhre oder bei einem Hund, der so hart in die Leine geht, dass er dabei röchelt, gehört die Leine ans Geschirr und das Halsband bleibt für die Erkennung um. Geschirre machen wir nicht, also schicken wir dich dafür zu jemand anderem.

Woran die Übung meistens scheitert

An der Flexileine. Sie steht bauartbedingt unter Zug, weil die Feder die Schnur zurückholt. Dein Hund spürt also dauernd leichten Druck am Hals, und damit ist der Unterschied zwischen straff und locker für ihn nicht mehr wahrnehmbar. Du kannst locker nicht belohnen, wenn locker nie vorkommt.

Für diese Übung brauchst du eine feste Länge. Unsere Leine ist 150 cm lang, in einer Länge, weil das die Strecke ist, auf der ein Hund neben dir schnüffeln kann, ohne auf die Straße zu geraten. Für Freilauf auf der Wiese ist die Schleppleine das richtige Werkzeug. Für Leinenführigkeit ist sie es nicht, weil zehn Meter Schnur dieselbe Dauerspannung erzeugen wie die Flexileine, nur schwerer.

Was wir bauen, ist der Teil, der still bleibt, während du arbeitest. Ein Nylongurtband, das nicht scheuert, ein D-Ring mit Kreuzstich dahinter, eine Steckschnalle aus Zinklegierung, und der Name deines Hundes in das Band gestickt statt darauf gedruckt. Bis zu zehn Zeichen. Deine Telefonnummer hat dort keinen Platz, die gehört auf die Rückseite einer gravierten Hundemarke.

Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet Leinenführigkeit genau?
Dass die Leine in einem weichen Bogen zwischen dir und deinem Hund hängt, während ihr beide vorwärts gehen. Keine Position, kein Blickkontakt, keine feste Seite. Dein Hund darf schnüffeln, stehen bleiben und einen Meter vorlaufen. Die einzige Regel ist, dass die Leine nicht straff wird.
Ist Leinenführigkeit dasselbe wie Fuß?
Nein, und das ist der wichtigste Unterschied. Fuß ist eine Position aus dem Hundesport, Schulter am Knie und Blick nach oben, und sie trägt zwei Minuten. Leinenführigkeit hat keine Position und ist deshalb alltagstauglich. Wer Fuß auf eine Stunde ausdehnt, verlangt eine Konzentration, die kein Hund so lange hat.
Wie lange dauert es, bis mein Hund an locker durchhängender Leine geht?
Rechne mit drei Monaten täglicher Übung, bei einem erwachsenen Hund, der jahrelang gezogen hat, mit mehr. Nach zwei Wochen sind weniger Züge pro Spaziergang zu sehen und dein Hund schaltet schneller zurück. Ein Hund, der an der Bäckerei vorbeigeht, als wäre dort nichts, ist nach zwei Wochen nicht zu erwarten.
Wie lange soll eine Übungseinheit sein?
Fünf Minuten, dann Schluss. Das ist Kopfarbeit und kein Ausdauertraining, und ein satter Hund lernt in Minute fünfzehn nichts mehr dazu. Benenne danach die andere Regel, damit dein Hund weiß, dass die Übung vorbei ist und er jetzt schnüffeln darf.
Klappt Leinenführigkeit mit einer Flexileine?
Nein, und das ist der häufigste Grund, warum die Übung nicht anschlägt. Die Feder zieht die Schnur dauernd zurück, also liegt immer leichter Druck am Hals. Damit kann dein Hund straff und locker nicht unterscheiden, und du kannst locker nicht belohnen, wenn locker nie vorkommt. Nimm eine Leine mit fester Länge.
Brauche ich für die Leinenführigkeit ein Geschirr?
Für das Lernen nicht. Ein Hund, der gelernt hat, dass Ziehen funktioniert, zieht im Geschirr genauso. Was vom Geschirr abhängt, ist die Verteilung der Kraft, solange er noch zieht. Bei kurzer Schnauze, empfindlicher Luftröhre oder einem Hund, der beim Ziehen röchelt, gehört die Leine ans Geschirr und das Halsband bleibt für die Erkennung um. Geschirre verkaufen wir nicht.
Muss mein Hund links neben mir laufen?
Nein. Die feste Seite gehört zum Fuß und kommt aus der Prüfungsordnung, nicht aus dem Alltag. Für die Leinenführigkeit zählt nur der Bogen in der Leine, und dein Hund darf dabei vorlaufen, zurückfallen und die Seite wechseln. Eine Seite lohnt sich trotzdem, aber für dich: halte die Leckerli immer in derselben Hand, dann muss dein Hund nicht suchen, woher die Belohnung kommt. Wo du gehst, entscheidet ohnehin der Bordstein. Der Hund gehört auf die Seite, die von der Straße weg liegt.

Über diesen Artikel

Anna schreibt, wie sie spricht: freundlich, direkt und leicht zu folgen. Ihre Geschichten handeln vom echten Leben mit Hunden: matschige Pfoten im ganzen Haus, Welpen, die alles ankauen, oder ein Hund, der direkt nach de

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung verfasst und von Anna de Jong geprüft, Autorin für Alltag mit Hund · Amsterdam. Redaktionelle Aufsicht durch Laura de Wit.

Redaktionelle StandardsKI-Nutzungsrichtlinie

Zuletzt geprüft:

Literatur (5)
  1. [1]Pauli, A. M., Bentley, E., Diehl, K. A., & Miller, P. E. (2006). Effects of the application of neck pressure by a collar or harness on intraocular pressure in dogs. Journal of the American Animal Hospital Association, 42(3), 207-211.
  2. [2]Hunter, A., Blake, S., & De Godoy, M. R. C. (2019). Pulling behavior in pet dogs: an evaluation of training methods and equipment. Journal of Veterinary Behavior, 32, 12-18.
  3. [3]Herron, M. E., Shofer, F. S., & Reisner, I. R. (2009). Survey of the use and outcome of confrontational and non-confrontational training methods in client-owned dogs showing undesired behaviors. Applied Animal Behavior Science, 117(1-2), 47-54.
  4. [4]Carter, A., McNally, D., & Roshier, A. (2020). Canine collars: an investigation of collar type and the forces applied to a simulated neck model. Veterinary Record, 187(7), e52.
  5. [5]Shih, H. Y., Phillips, C. J. C., Mills, D. S., Yang, Y., Georgiou, F., & Paterson, M. B. A. (2020). Dog pulling on the leash: effects of restraint by a neck collar vs. a chest harness. Frontiers in Veterinary Science, 7, 519.

Fehler entdeckt? Kontaktieren Sie uns

Verwandte Artikel

Für unseren Newsletter anmelden-10%