Leinenführigkeit trainieren, ohne dass es Fuß wird

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Definition
Leinenführigkeit heißt, dass die Leine in einem weichen Bogen hängt, während ihr beide vorwärts gehen. Keine Position, kein Blickkontakt, keine feste Seite. Rechne mit drei Monaten täglicher Übung von fünf Minuten, bei einem erwachsenen Hund mit mehr.
Leinenführigkeit ist eines der Worte, die in jeder deutschen Hundeschule fallen und die trotzdem jeder anders benutzt. Für die einen heißt es, dass der Hund am Knie klebt und nach oben schaut. Für die anderen heißt es nur, dass die Leine durchhängt. Der Unterschied ist nicht akademisch. Er entscheidet, was du die nächsten drei Monate übst.
Die brauchbare Bedeutung ist die zweite. Dein Hund geht neben, vor oder hinter dir, die Leine hängt in einem weichen Bogen, und mehr ist es nicht. Er darf schnüffeln, stehen bleiben, einen Meter vorlaufen und wieder zurückkommen. Nur straff wird die Leine nicht.
Leinenführigkeit ist nicht Fuß
Fuß kommt aus dem Hundesport. Schulter am Knie, Blick nach oben, Tempo von dir vorgegeben. Das ist eine Übung, die zwei Minuten trägt und danach beendet wird. Wer sie auf eine Stunde Spaziergang ausdehnt, verlangt eine Konzentration, die kein Hund eine Stunde lang hat, und wundert sich dann über einen Hund, der abschaltet.
Leinenführigkeit hat keine Position, keinen Blickkontakt und keine Seite. Sie hat eine einzige Regel. Genau deshalb lässt sie sich alltagstauglich aufbauen und Fuß nicht.
Wie lange es dauert, ehrlich gerechnet
Bei einem Hund, der noch nichts Falsches gelernt hat, sind drei Monate täglicher Übung ein realistischer Rahmen. Bei einem erwachsenen Hund, der zwei Jahre gezogen hat und damit immer angekommen ist, dauert es länger, weil du nicht nur etwas Neues aufbaust, sondern etwas Altes abbaust. Das ist der häufigste Grund, warum Leute nach zehn Tagen aufgeben.
Was nach zwei Wochen sichtbar ist: weniger Züge pro Spaziergang, und ein Hund, der schneller wieder zu dir zurückschaltet, wenn er doch gezogen hat. Was nach zwei Wochen nicht da ist: ein Hund, der an der Bäckerei vorbeigeht, als wäre dort nichts.
Beim Welpen
Die besten Wochen sind die, in denen dein Welpe noch zu leicht ist, um dich zu verschieben. Vier Kilo bewegen dich nicht, also lernt er mühelos, dass Vorwärtsdrücken nichts bringt. Diese Wochen werden fast immer verschenkt, weil ein ziehender Welpe niemanden stört. Übe in dieser Zeit im Flur und im Hof, nicht auf dem Spaziergang, und hör nach zwei Minuten auf.
Beim Junghund
Zwischen etwa sieben und achtzehn Monaten kommt bei vielen Hunden alles zurück, was schon saß. Das ist kein Erziehungsfehler und keine Bosheit, sondern eine Phase, in der die Umwelt wieder spannender ist als du. Die Antwort darauf ist unspektakulär: Anforderung senken, ruhigere Wege wählen, weiter üben. Nach der Pubertät ist das Gelernte noch da.
Beim aufgeregten Hund
Manche Hunde sind an der Leine nicht ungehorsam, sondern zu aufgeregt, um zu denken. Daran erkennst du es: er nimmt draußen kein Leckerchen an, das er in der Küche sofort nimmt. Solange das so ist, lernt er nichts. Geh dann eine Straße weiter, wo weniger passiert, und fang dort an.
Fünf Minuten am Tag, und was darin passiert
Mehr als fünf Minuten sind kontraproduktiv, weil das Kopfarbeit ist und kein Ausdauertraining. Nimm eine Leine mit fester Länge, eine Handvoll kleiner weicher Leckerchen und eine langweilige Umgebung.
- Geh los. Bleibt die Leine locker, gib das Leckerchen an deiner Hüfte. Nicht vor dir: vor dir belohnt heißt für deinen Hund, dass Vorlaufen belohnt wird.
- Wird die Leine straff, bleib stehen. Nicht ziehen, nicht reden, nicht nachgeben. Warte, bis er von der Spannung weggeht oder sich zu dir dreht.
- In der Sekunde, in der die Leine durchhängt, geh weiter. Das Weitergehen ist die Belohnung, nicht das Leckerchen.
- Nach fünf Minuten ist Schluss. Danach gilt eine andere Regel, und die darfst du benennen. Bei uns heißt sie schnüffeln gehen.
Der Satz, der das Ganze trägt: Ziehen hält den Spaziergang an, eine durchhängende Leine bringt ihn in Gang. Wenn du zwei Schritte mit straffer Leine gegangen bist, hast du gerade das Gegenteil geübt.
Halsband oder Geschirr für die Leinenführigkeit
Die Frage wird oft gestellt, als hänge das Ergebnis daran. Tut es nicht. Ein Hund, der gelernt hat, dass Ziehen funktioniert, zieht im Geschirr genauso, und an einem Geschirr mit Brustring zieht er nur in eine andere Richtung.
Wovon es tatsächlich abhängt, ist, wie sich die Kraft verteilt, solange er noch zieht. Ein breites, tief sitzendes Halsband verteilt sie über mehr Hals als ein schmales. Bei einem Hund mit kurzer Schnauze, mit einer bekannten Schwachstelle an der Luftröhre oder bei einem Hund, der so hart in die Leine geht, dass er dabei röchelt, gehört die Leine ans Geschirr und das Halsband bleibt für die Erkennung um. Geschirre machen wir nicht, also schicken wir dich dafür zu jemand anderem.
Woran die Übung meistens scheitert
An der Flexileine. Sie steht bauartbedingt unter Zug, weil die Feder die Schnur zurückholt. Dein Hund spürt also dauernd leichten Druck am Hals, und damit ist der Unterschied zwischen straff und locker für ihn nicht mehr wahrnehmbar. Du kannst locker nicht belohnen, wenn locker nie vorkommt.
Für diese Übung brauchst du eine feste Länge. Unsere Leine ist 150 cm lang, in einer Länge, weil das die Strecke ist, auf der ein Hund neben dir schnüffeln kann, ohne auf die Straße zu geraten. Für Freilauf auf der Wiese ist die Schleppleine das richtige Werkzeug. Für Leinenführigkeit ist sie es nicht, weil zehn Meter Schnur dieselbe Dauerspannung erzeugen wie die Flexileine, nur schwerer.
Was wir bauen, ist der Teil, der still bleibt, während du arbeitest. Ein Nylongurtband, das nicht scheuert, ein D-Ring mit Kreuzstich dahinter, eine Steckschnalle aus Zinklegierung, und der Name deines Hundes in das Band gestickt statt darauf gedruckt. Bis zu zehn Zeichen. Deine Telefonnummer hat dort keinen Platz, die gehört auf die Rückseite einer gravierten Hundemarke.
Häufig gestellte Fragen
7 FragenWas bedeutet Leinenführigkeit genau?
Ist Leinenführigkeit dasselbe wie Fuß?
Wie lange dauert es, bis mein Hund an locker durchhängender Leine geht?
Wie lange soll eine Übungseinheit sein?
Klappt Leinenführigkeit mit einer Flexileine?
Brauche ich für die Leinenführigkeit ein Geschirr?
Muss mein Hund links neben mir laufen?
Über diesen Artikel
Anna schreibt, wie sie spricht: freundlich, direkt und leicht zu folgen. Ihre Geschichten handeln vom echten Leben mit Hunden: matschige Pfoten im ganzen Haus, Welpen, die alles ankauen, oder ein Hund, der direkt nach de
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung verfasst und von Anna de Jong geprüft, Autorin für Alltag mit Hund · Amsterdam. Redaktionelle Aufsicht durch Laura de Wit.
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Literatur (5)
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